Return to site

Ausbaustrecke Lübeck-Lüneburg im vordringlichen Bedarf

6. November 2018 - Berlin

06.11.18

Pols MdB: „Aufnahme der Ausbaustrecke Lübeck-Lüneburg in den vordringlichen Bedarf wird für mehr Eisenbahngüterverkehr sorgen“

Berlin Die Höherstufung der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Lüneburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans der Bundesregierung stößt beim CDU-Bundestagsabgeordneten für Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, Eckhard Pols, auf massive Kritik. „Mit der Aufnahme in den vordringlichen Bedarf muss die Realisierung der Bahnstrecke bis zum Jahre 2030 angegangen werden. Gerade angesichts des Megaprojektes ‚Fehmarnbelttunnel‘ wäre so zukünftig mit deutlich mehr Güterverkehr in der Region Lüneburg zu rechnen“, warnt Pols, der Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur ist.

Über die Aufnahme der Ausbaustrecke zwischen Lübeck und Lüneburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Enak Ferlemann, Pols informiert. Dieser ist mit der Entwicklung alles andere als zufrieden und stellt unmissverständlich klar: „Ich bin gegen den Streckenausbau.“

Bisher war die Ausbaustrecke dem potenziellen Bedarf mit der Möglichkeit zugeordnet, in den vordringlichen Bedarf aufzusteigen. „Eine Expertengruppe unter Beteiligung der Deutschen Bahn hat jetzt ermittelt, dass die Strecke angeblich doch einen größeren volkswirtschaftlichen Nutzen habe, als der Ausbau kostet. Dies kommt im Wesentlichen zustande, weil die Strecke in das Gesamtkonzept des BMVI zur Entlastung des Hamburger Bahnknotens vom Güterverkehr eingebunden werden soll. Mit offenbar großer Mühe wurde die Strecke hier jetzt über den nötigen Nutzen-Kosten-Faktor eins gehoben“, erklärt Pols.

Um den Schienenverkehr über Hamburg besser abwickeln zu können, soll Güterverkehr nach der Vorstellung des BMVI nicht nur über das reguläre Bahnstreckennetz gelenkt werden, sondern auch über solche Strecken, die bisher der S-Bahn vorbehalten sind. Pols dazu: „Die S 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe ist so eine Strecke, die dafür vorgesehen ist. Doch sollte die Kapazität dieser S-Bahn-Strecke wiederum überlastet sein, wird der Güterverkehr künftig über die Strecke zwischen Lübeck und Lüneburg geleitet“.

Neben der reinen Lärmbelastung sind laut Pols zusätzliche Erschütterungen zu erwarten, die mit weiterem Güterverkehr einhergehen. „Davon wäre auch die Elbbrücke bei Lauenburg betroffen, obwohl die Brücke schon heute stark in Anspruch genommen wird“, erklärt Pols weiter. Derzeit sei eine Elektrifizierung und Begradigung der Bahnstrecke Lübeck - Lüneburg geplant. „Zumindest ein zweigleisiger Ausbau der Strecke ist vorerst ausgeschlossen. Doch auch hier gilt es, weiter wachsam zu bleiben“, so Pols und verweist nochmals auf den Fehmarnbelttunnel.

„Der Fehmarnbelttunnel ist Teil einer von sechs transeuropäischen Hauptverkehrsachsen, die durch Deutschland führen und die Staaten der Europäischen Union verkehrlich stärker miteinander vernetzen sollen. Das ist ein an sich lobenswertes Vorhaben, aber den Menschen bei uns vor Ort wird kein reiner Wein eingeschenkt. Und das kritisiere ich! Nur wenn die Menschen hier in der Region wissen, was sie erwartet, können sie sich über Verkehrsprojekte wie Alpha-E eine abschließende Meinung bilden“, so Pols.

All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OKSubscriptions powered by Strikingly