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Die allgemeine Dienstpflicht ist ein gesellschaftspolitisches Gebot!

29. November 2019 - Berlin

Eckhard Pols MdB: „Die allgemeine Dienstpflicht ist ein gesellschaftspolitisches Gebot!“

Berlin Die allgemeine Wehrpflicht muss nahezu zwangsläufig ausgesetzt bleiben. Ein elementarer Sachgrund für die Aussetzung ist auch bei viel gutem Willen nicht wegzudiskutieren – bei einer Truppenstärke, wie sie die Bundeswehr in den nächsten Jahren anstrebt, wird es keine Wehrgerechtigkeit bei der Einberufung von Rekruten geben können. Insbesondere wenn man in Betracht zieht, dass eine Dienstzeit von unter einem Jahr kaum für eine fundierte soldatische Ausbildung geeignet erscheint.

„Viele, die sich als konservativ begreifen, sehen auch noch nach der Wiedervereinigung die Bundeswehr als Schule der Nation – man kann diesen ‚Nebeneffekt‘ durchaus positiv hervorheben, es ist nur schlicht keine Kernaufgabe unserer Streitkräfte, eine an welcher Stelle auch immer gescheiterte Erziehung in militärischem Umfeld aufzuarbeiten. Erziehung zu sozialkompetentem Verhalten hat immer zuvorderst zivilgesellschaftlich zu erfolgen“, stellt Eckhard Pols, CDU-Bundestagsabgeordneter für Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, klar.

Völlig verkannt werden darf dieser „Nebeneffekt“ jedoch auch nicht. Junge Menschen haben ihren Lebensweg zumeist nicht durchgeplant und eine Findungsphase nach der Schulbildung ist üblich. Sowohl der Dienst in den Streitkräften als auch der ehemalige Zivildienst boten Möglichkeiten der Orientierung.

„Auch kann ein Dienst an der Allgemeinheit als eine Art Generationenvertrag in einer Gesellschaft mit steigender Lebenserwartung gesehen werden“, erläutert Pols.

Die stete Verkürzung von Ausbildungs- und Orientierungsphasen im Leben läuft einer steigenden Lebenserwartung und erhöhten Ansprüchen an Wissen und Ausbildungsstand zuwider.

„Das ‚Produzieren‘ immer jüngerer Absolventen, die möglichst schnell dem Arbeitsmarkt zugeführt werden, mag in einigen wirtschaftswissenschaftlich geprägten Geschäftszweigen sinnvolle Aspekte haben. Auf den 22 Jahre alten Absolventen – mit relativ wenig eigenen Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich – haben, beim Blick auf deren Einbindung in den Arbeitsmarkt, jedoch wenige gewartet. Dennoch beschreiten wir seit Jahren diesen Weg, der doch massiv von dem abweicht, was unsere Wirtschaft erfolgreich gemacht hat“, stellt Pols klar.

Die allgemeine Dienstpflicht ist ein gesellschaftspolitisches Gebot. In diesem Kontext muss eine allgemeine Dienstpflicht gesehen werden. Wer etwas für den Zusammenhalt einer Gesellschaft getan und ihre Vielschichtigkeit erkannt hat, wird den gesellschaftlichen Zusammenhalt im demokratischen Spektrum als etwas Positives begreifen.

„Die Basis für eine allgemeine Dienstpflicht haben wir. Frauen und Männer sollten mit Erreichen des 19. Lebensjahres für 12 Monate ihrer Gesellschaft dienen. Hierbei sollten alle gesellschaftspolitisch relevanten Organisationen gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Kirchen, Sportvereine, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz sollen hier nur exemplarisch genannt sein“, so Pols abschließend zu der von der CDU-Bundesvorsitzenden und Bundesverteidigungsministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer, angestoßenen Debatte.

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