Return to site

Meisterpflicht stärker ausweiten als geplant!

25. Oktober 2019 - Berlin

Meisterpflicht stärker ausweiten als geplant!

 

Berlin Die Koalitionsfraktionen in Berlin haben heute ein Gesetz in den Bundestag eingebracht, mit dem sie zwölf derzeit zulassungsfreie Handwerke wieder in die Zulassungspflicht führen wollen. Der selbständige Betrieb eines solchen Handwerks wäre dann nur noch zulässig, wenn der Betriebsinhaber oder ein Betriebsleiter über einen Meistertitel verfügt.

Unterstützung findet diese Initiative vom Grundsatz her auch beim CDU-Bundestagsabgeordneten für Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, Eckhard Pols, der selber Glasermeister ist. Für ihn gehe der Gesetzentwurf aber nicht weit genug und könne daher nur „ein erster Aufschlag“ sein. Pols kritisiert: „Die Meisterpflicht wird für zu wenige Handwerksberufe wiedereingeführt, womit der Verbraucherschutz zu kurz kommt. Denn es liegt in weit mehr als den zwölf Handwerken im Interesse der Kunden, hochwertige Leistungen erbracht zu bekommen. Uhrmacher, Gold- und Silberschmiede, aber auch Sattler sind nur einige Beispiele, für die die Meisterpflicht ebenfalls gelten muss. Sie stellen anspruchsvolle Produkte her, von denen man erwartet, dass sie eine gewisse Langlebigkeit aufweisen.“

Auch würden Handwerksbetriebe von ungelernten Kräften in der Regel kürzer am Markt bestehen als Meisterbetriebe. „Häufig gehen sie sogar schon vor Ablauf der Gewährleistungsfrist von fünf Jahren in die Insolvenz“, berichtet Pols. Die Folge davon sei dann, dass die Kunden auf den Kosten sitzenbleiben, die ihnen durch die Beseitigung von Schäden aus nicht fachgerechter Arbeit entstehen. „Das aber geht nicht“, betont der CDU-Politiker und fordert: „Die Koalition muss im jetzt eingeleiteten Gesetzgebungsverfahren nochmal kräftig nachlegen und die Meisterpflicht stärker ausweiten.“

Nach dem bisherigen Gesetzentwurf soll eine erfolgreich bestandene Meisterprüfung für einen selbständigen Betrieb nur Bedingung sein, wenn es sich um gefahrgeneigtes Handwerk handelt oder um Handwerkstechniken, die ganz oder teilweise als immaterielles Kulturgut anzusehen sind. Bereits bestehende Betriebe sollen aber Bestandsschutz genießen.

Im Gesetzentwurf konkret genannt werden die Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Parkettleger, Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Glasveredler, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer. Diese Berufe gehören zu 53 Handwerken, für die die frühere Bundesregierung von SPD und Grünen 2004 die Meisterpflicht abgeschafft hatte.

All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OK